Artikel 14 - noch 124 Tage bis zur Uri 18

Simon Gisler, Urner Wochenblatt

Vier Messetage auf einem einzigen Quadratmeter

Die Schnitz GmbH aus Flüelen ist die flächenmässig kleinste Ausstellerin


Tobias Walker in seiner Werkstatt in Flüelen, die er mit seinem Vater, dem Künstler und Bildhauer Toni Walker, teilt. FOTO: SIMON GISLER

Tobias Walker in seiner Werkstatt in Flüelen, die er mit seinem Vater, dem Künstler und Bildhauer Toni Walker, teilt. FOTO: SIMON GISLER

Einen Quadratmeter hat die Schnitz GmbH an der «Uri 18» gebucht. Ihr Inhaber will das Publikum mit einer ausgefallenen Kreation und einer Prise Uri an seinen kleinen Stand locken.

Mit einem Messestand von 1 Meter Länge und 1 Meter Tiefe wird die Schnitz GmbH aus Flüelen der flächenmässig kleinste der 202 Aussteller an der «Uri 18» sein. «Für mich als Urner war es von Anfang an klar, an der Gewerbeausstellung mitzumachen, schliesslich findet eine solche Ausstel-lung ja nur rund alle zehn Jahre statt», sagt Tobias Walker. «Und als Urner soll man auch zum Standort Uri ste-hen.» Der 41-Jährige ist der Gründer und Inhaber der Einmannfirma. Gelernt hat Tobias Walker Möbelschreiner. Bevor er vor acht Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, sammelte er 18 Jahre lang Erfahrungen bei verschiedenen Arbeit-gebern im In- und Ausland – unter anderem in Kanada. Seither kreiert er aus Massivholz Möbel, die maschinell nicht hergestellt werden können. Um die für seine Einzelstücke erforderlichen Radien und Winkel zu erhalten, biegt der Flüeler das Holz mithilfe von Dampf – eine Technik, die heute nur noch selten angewandt wird. Für seine Kreationen verwendet er in der Regel Holz aus der Schweiz – wenn möglich aus Uri. Sein Geschäftsmodell basiert denn auch auf Rohstoffen aus der Region und Schweizer Quali-tätshandarbeit. «Als Einmannbetrieb muss man eine Nische finden, ansonsten kann man am Markt nicht bestehen.»

Erstmals an einer «Gwärb» dabei
Seine handgefertigten Möbelstücke hat Tobias Walker schon an diversen Fachmessen in der Deutschschweiz gezeigt. An der Neat-Eröffnungsfeier im Juni 2016 durfte er sich am Stand der Urner Künstler präsentieren. An einer Urner «Gwärb» war er als Aussteller aber noch nie mit dabei. «Ich war lange auswärts tätig. Die «Uri 18» ist eine gute Plattform, um mich im Kanton Uri zu präsentieren.» Neben einem höheren Bekanntheitsgrad hofft der Flüeler, an der Messe im September den einen oder anderen Auftrag generieren zu können. «Ich freue mich aber auch einfach auf die vielen Leute. Die «Uri 18» ist irgend-wo ja auch ein Volksfest, wo wir Urner uns wiedersehen.»«Ich bin ja auch ein kleiner Betrieb», antwortet Tobias Walker schmunzelnd auf die Frage, warum er sich bei der Grösse seines Messestands ausgerechnet für einen Quadratmeter entschieden habe. «Natürlich haben auch die Kosten eine Rolle gespielt», schiebt er nach. «Ein Quadratmeter ist nicht so teuer. Ich habe mir dann gedacht: Warum also nicht ein Quadratmeter? Dabei sein ist alles.»

Ein Schaufenster in Säulenform
Wie sein Stand im Detail aussehen wird, weiss Tobias Walker noch nicht. Beim Schreinern in Aktion sehen wird man ihn aber sicher nicht. Auch seine Möbel werden die Besucher nicht in Originalgrösse bestaunen können. «Ich brauche einen Quadrat-meter ja nur schon zum Stehen», lacht der Flüeler. Ihm schwebt ein säulenförmiges Schaufenster aus Holz vor, in dem er einige seiner Arbeiten in Modellform präsentieren kann. Die ausgefallene Holzkonstruktion will Tobias Walker selber anfertigen. Pas-send zum Anlass möchte er noch ein typisch urnerisches Element in seinen Stand einfliessen lassen. Was genau – das möchte er noch nicht verraten. Kein Geheimnis macht er hingegen daraus, dass er an allen vier Messetagen an seinem Stand stehen wird. «Als Einmannbetrieb kannst du dich nicht vertreten lassen. Eine Bratwurst werde ich aber sicher auch einmal essen gehen.»




Simon Gisler
Urner Wochenblatt