Artikel 17 - noch 68 Tage bis zur Uri 18

Markus Arnold, Urner Wochenblatt

Urner Präzisionsarbeit und Qualität für die ganze Welt

Produkte und Dienstleistungen der Dätwyler sind überall gefragt


Mehrere Millionen Franken hat Dätwyler in den vergangenen Monaten in Schattdorf investiert. Neu können dort Automobilkomponenten unter Reinraumbedingungen für den Weltmarkt produziert werden.  FOTO: VALENTIN LUTHIGER

Mehrere Millionen Franken hat Dätwyler in den vergangenen Monaten in Schattdorf investiert. Neu können dort Automobilkomponenten unter Reinraumbedingungen für den Weltmarkt produziert werden. FOTO: VALENTIN LUTHIGER

In jeder einzelnen Nespresso-Kapsel steckt Urner Massarbeit. Und auch die grössten Autobauer setzen auf die Qualität des Urner Industriekonzerns. 

99 Prozent aller Firmen in der Schweiz sind kleine und mittelgrosse Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden. Auch im Kanton Uri bilden die KMU das Rückgrat der Wirtschaft. Der bedeutendste Arbeitgeber des Kantons Uri ist aber ein Grosskonzern mit weltweit über 8000 Mitarbeitenden. Doch Herz, Kopf und auch ein beträchtlicher An-teil der Hände des Unternehmens Dätwyler sind im Kanton Uri zu Hause. 

Grosser Player
Dätwyler ist zweifellos der bedeutendste Player der Urner Wirtschaft. Jedes zweite Auto auf der Welt fährt dank Dätwyler-Produkten, weiss Guido Unternährer, Leiter Corporate Communication von Dätwyler. Jede Kaffeekapsel von Nespresso, die weltweit verkauft wird, durchläuft das Werk in Schattdorf. Sämtliche Metall-formen, die in den weltweit 18 Dätwyler-Gummifabriken für die Produktion benötigt werden, werden in Schattdorf fabriziert. Dätwyler-Kabel aus den beiden Fabriken in Altdorf und China beliefern den europäischen und asiatischen Markt mit hochwertigen Datenkabeln sowie Sicherheitskabeln. So gibt es Dätwyler-Kabellösungen im Bundeshaus in Bern, in der Allianz-Fussballarena in München, am Flughafen Frankfurt oder im Pearl Tower in Shanghai, um nur einige Referenzprojekte zu erwähnen. Weiter stellt Dätwyler in mehreren Werken in Europa, Asien und den USA für die Pharmaindustrie jährlich 17 Milliarden Kunststoffkomponenten her, die in über 100 Ländern in Spritzen und Arzneimittelfläschchen zum Einsatz kommen. 

Lean and Clean in Schattdorf
Die Produkte und Leistungen des Urner Unternehmens sind also vor allem dann gefragt, wenn höchste Präzision und Qualität gefragt sind. Im Automobilbereich seien die Teile, die Dätwyler liefert, absolut systemrelevant, sagt Guido Unternährer. Ohne die Dätwyler-Produkte, die vor allem in Bremsen, bei den Dieselkatalysatoren der neusten Generationen oder im Ein-spritz- und Motorenmanagement zum Einsatz kommen, könne ein modernes Auto gar nicht erst gestartet werden. Dätwyler hat in den vergangenen 18 Monaten in Schattdorf mehrere Millio-nen Franken investiert, um Automobilkomponenten künftig unter Reinraumbedingungen herzustellen. In diesen Ta-gen ging die sogenannte Lean-and-Clean-Produktion in Betrieb. Beispiel Nespresso-Kapsel: Der ganze Produktionsprozess ist voll automatisiert. Trotzdem gibt es eine 100-prozentige Qualitätskontrolle, indem jede einzelne Kapsel fotografiert wird, sodass der Computer so-fort Ausschüsse erkennt. 

Topleute in Uri
Dätwyler hat sich in der über 100-jährigen Firmengeschichte ein gewaltiges Material-, Engineering- und Prozess-Know-how angeeignet. Und wie Gui-do Unternährer ausführt, sind bei der Konstruktion sehr viele Urner Spezialisten und Zulieferer involviert. «Insbesondere im Bereich Metallverarbeitung verfügt Uri über ein riesiges Know-how», betont Guido Unternährer. Es gebe im Kanton hervorragen-de Fachspezialisten: Polymechaniker, Metallbauer, Schlosser et cetera, die in der Lage seien, Formen zu fertigen, die auf den Hundertstelmillimeter genau sein müssen. 

An der «Uri 18» wird Dätwyler die eigenen Produkte natürlich präsentieren. Doch diese stünden nicht im Zentrum des 60 Quadratmeter grossen Messestandes, erklärt Guido Unternährer, da sie für den Betrachter relativ unscheinbar daherkommen. Vielmehr möchte sich Dätwyler als attraktiver, zukunftsorientierter und innovativer Arbeitgeber und Ausbildner präsentieren. Denn um weiterhin am Markt erfolgreich zu bleiben, braucht das Urner Grossunternehmen vor allem eins: bestens ausgebildete Fachleute.




Markus Arnold
Urner Wochenblatt