Artikel 22 - Noch 1 Tag bis zur Uri 18

Markus Arnold, Urner Wochenblatt

Damit an der «Uri 18» alles wie geschmiert läuft

Die Planung und der Aufbau der Infrastrukturen für die «Uri 18» waren ein Mega- projekt. Die Bauchefs Mario Burkart und René Pfaffen hatten viel zu koordinieren und zu improvisieren.


Die Piazza der «Uri 18» befindet sich zwischen den Flachlagerhallen, in denen sich die Aussteller präsentieren. Fotos: Markus Arnold

Die Piazza der «Uri 18» befindet sich zwischen den Flachlagerhallen, in denen sich die Aussteller präsentieren. Fotos: Markus Arnold

Der halbe Kanton Uri wird ab morgen Donnerstag während vier Tagen auf der Altdorfer Werkmatt anzutreffen sein. Die Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri 18 ruft. Die Verantwortlichen haben sich mächtig ins Zeug gelegt, damit alles reibungslos abläuft. Den Besucherinnen und Besuchern soll es an nichts fehlen. So herrschte in den vergangenen Wochen auf der Spezialbaustelle Uri 18 Ausnahmezustand. Mario Burkart und René Pfaffen waren als Bauchefs dafür verantwortlich, dass alles Bauliche pünktlich fertig ist und während der Messezeit einwandfrei funktioniert. 

200 Bauherren auf 10 000 Quadratmetern Fläche
Eine Messe aus dem Boden zu stampfen, ist eine unglaublich komplexe Angelegenheit. Nur schon die «Übungsanleitung» enthält einigen Zündstoff: Da gibt es 200 Bauherren (alle an der «Uri 18» ausstellenden Unternehmen), 160 Bauplätze, und dies alles auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern. Gleichzeitig wird im selben Gebiet eine zweite Grossbaustelle betrieben: die Erschliessung des künftigen Industrieareals Werkmatt. Da habe man unglaublich viel koordinieren und auch improvisieren müssen, sagt Mario Burkart. 
Wie bereits an der Gewerbeausstellung im Jahr 2006 wird die «Uri 18» in den dortigen Flachlagerhallen und zusätzlich im ehemaligen Getreidesilo und Sacklager durchgeführt. Bestehende Gebäude für die Messe zu nutzen, sei jedoch kein Vorteil, führt René Pfaffen aus. Im Gegenteil. Lediglich die Gebäudehüllen seien für die Messe brauchbar. Alles andere müsse mit baulichen Massnahmen hergerichtet werden.

Es gab viel zu bauen

Und da gehört so einiges dazu. Die beiden Bauchefs haben viel aufzuzählen: Sämtliche Stromerschliessungen musste neu gemacht werden. Unzählige Anschlüsse und kilometerweise Kabel waren dafür notwendig. Wasserleitungen und Wasseranschlüsse wurden gezogen sowie die Hallen durch Gerüstbau, Rampen und Treppen erschlossen und rollstuhlgängig gemacht. Viele Kofferarbeiten und Bodenverstärkungen waren notwendig, um den Wünschen der Aussteller gerecht zu werden. Auto- und Veloparkplätze wurden erstellt und erschlossen, Zelte aufgestellt, die Absperrung des Geländes und die Personenführung organisiert. Ebenso wurden 40 Sitztoiletten mit Spülung und drei Behinderten-WC sowie 20 Pissoirs installiert. Auch an den bestehenden Gebäudehüllen gab es einiges zu tun: Aus Sicherheitsgründen mussten die Hallen mit neuen Toren versehen, defekte Teile und undichte Dächer geflickt sowie Fassaden ergänzt werden. Es wurden Bodenlöcher geschlossen, Holz herausgebrochen und die Gleisanlagen ausbetoniert, damit die Besucher nicht mit den Füssen einknicken. Auch weitere Stolperfallen wurden beseitigt oder zumindest markiert. All diese Tätigkeiten haben Mario Burkart und René Pfaffen natürlich nicht selber ausgeführt. «Wir haben alle Arbeiten, die von Urner Gewerbebetrieben ausgeführt werden konnten, auch an Urner Firmen vergeben», so Mario Burkart. 

Urner Firmen haben viel investiert

Für den Aufbau der Stände waren die einzelnen Aussteller selber verantwortlich. Alle hatten ihre Standgrösse frei wählen können. «Das ist eine Seltenheit bei Messen», weiss Mario Burkart. Es wurden einerseits Modulstände aufgestellt, oder sehr viele Aussteller brachten eigene Spezialanfertigungen auf die zur Verfügung gestellten Freiflächen mit. Dies mache denn auch die «Uri 18» als Messe im Vergleich zu anderen Messen mit deren 08/15-Ständen ganz speziell, betont René Pfaffen. «Die Urner Firmen haben viel Zeit und Geld investiert, um sich zu präsentieren. Und die Ideen sind nur so geflossen.»

Zivilschutz Uri im Einsatz

Die ersten baulichen Massnahmen auf dem Gelände erfolgten im Mai. Ab Mitte Juli starteten die Hauptarbeiten und ab Mitte August herrschte so richtig Hochbetrieb. Für die eigentlichen Aufbauarbeiten konnten die Dienste des Zivilschutzes Uri unter der Leitung von Kommandant Walter Imholz beansprucht werden. Der Zivilschutz war mit 35 Personen während sieben Tagen im Einsatz. Auch beim Rückbau steht der Zivilschutz während drei Tagen zur Verfügung. Das ergibt eine Arbeitsleistung von insgesamt 3000 Stunden. «Ohne Zivilschutz wären die Bauarbeiten wohl nur schwer finanzierbar gewesen», meint Mario Burkart.

Grosses Chaospotenzial

Für die ganze Planungs- und Bautätigkeiten hat die Burkart & Pfaffen Dekorationsbau GmbH in den vergangenen zwei Jahren rund 2000 Stunden aufgewendet. «Der Situationsplan der ‹Uri 18› war der aufwendigste Plan, den ich je gezeichnet habe», hält Mario Burkart fest. Die grösste Herausforderung für die beiden Bauchefs war die konkrete Planung und Koordination aller Abläufe. Zum Glück konnten die beiden von ihren Erfahrungen an der «Uri 06» profitieren. Auch damals waren sie für das Bauliche zuständig. Und da sich die beiden aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit oft im Umfeld von Messen bewegen, wussten sie, auf was alles zu achten war: Wie funktionieren Anmeldungen? Was gehört in die allgemeinen Geschäftsbedingungen? Wie müssen die Anlieferungen getaktet sein, damit alles funktioniert? Wann muss was erstellt werden, damit man sich selber nichts verbaut? «Es gibt wahnsinnig viele kleine Schräublein. Wenn man eines davon falsch dreht, ist das Chaospotenzial gross», erläutert Mario Burkart. 
Die beiden sind nun gespannt auf den Start der «Uri 18». Am Abend des ersten Tages werden sie wissen, ob alles wie gewünscht funktioniert hat. Und trotz der grossen Arbeit haben sie es sich nicht nehmen lassen, an der «Uri 18» einen eigenen Stand zu gestalten und zu betreiben. – Man sieht sich an der «Uri 18».

Fragen und Antworten zur «Uri 18» 

Warum soll ich ein Ticket im Vorfeld kaufen?
Mit dem Ticket ist die Anreise mit dem öV innerhalb des Kantons Uri kostenlos (SBB, MGBahn, Postauto und Auto AG Uri).


Ab wann gilt das Feierabendticket?

Jeweils ab 16.00 Uhr kann das Feierabendticket an der Tageskasse gekauft werden (nicht im Vorverkauf).

Ab welcher Uhrzeit braucht es kein Ticket mehr?
Jeweils eine halbe Stunde vor Messeschluss; also am Donnerstag ab 20.30 Uhr, am Freitag und Samstag ab 18.00 Uhr und am Sonntag ab 16.30 Uhr.


Gibt es Messepässe für alle Tage?
Nein, es gibt nur einzelne Tickets zu kaufen.

Braucht es ein separates Ticket für die Abendkonzerte?
Das Messeticket beinhaltet auch das Abendprogramm. Die Abendveranstaltungen sind kostenlos.

Kann man für die Konzerte einen Platz reservieren?
Für die Konzerte auf der Piazza (Aussenbereich mit Stehplätzen) und im New URleans Club kann man keine Reservationen tätigen. Für die Unterhaltung auf der Bühne 18 im Gasthaus zum fliegenden Stier sind Tischreservationen im Zusammenhang mit einem Essen möglich (Telefon 078 863 46 29).

Wenn jemand am Freitag oder Samstag um 19.00 Uhr kommt, kann er dann gratis die Konzerte hören?
Ja, denn der Ticketverkauf erfolgt ja nur bis eine halbe Stunde vor Messeschluss.

Wie komme ich am Abend nach Hause?
Der letzter Shuttle-Bus am Donnerstag fährt um 22.42 Uhr ab «Uri 18» via Bahnhof Altdorf zum Telldenkmal; am Freitag und Samstag um 0.42 Uhr, am Sonntag um 20.00 Uhr. Es gibt vom Donnerstag bis Sonntag auch Extrabusse ab «Uri 18» via Beckenried, Emmetten nach Seelisberg, und zwar jeweils um 17.00 und 18.00 Uhr.

«Uri 18» in Zahlen

Messegelände: 30'000 m²
Aussenfläche: 20'000 m²
Hallenfläche: 10'000 m²
Fläche Stände: 5'400 m²
Gastrofläche: 1'600 m²
Aussteller: zirka 200
Messestände: 163
Gerüstbau: 400 m
Absperrgitter: 700 m
Molton: 750 m²
Sichtschutznetze: 3'500 m²
Teppich: 4'000 m²
OSB-Platten: 1'500 m²
Schotter: 1'000 m³




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